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WB 39er Denkmal auf dem Reeser Platz Düsseldorf
1. Platz

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WB 39er Denkmal auf dem Reeser Platz Düsseldorf
1. Platz

Those who have crossed

Auseinandersetzung statt Ausblendung, Kommentierung statt Abriss, Perspektivwechsel statt Festlegung: Das Künstlerkollektiv ULTRASTUDIO stellt den Gewinner-Entwurf beim Wettbewerb der Kunstkommission Düsseldorf zum neuen künstlerischen sowie freiraumplanerischen Umgang mit dem nationalsozialistischen 39er Denkmal auf dem Reeser Platz in Düsseldorf-Golzheim.

Der Entwurf ihrer Skulpturarchitektur „Those who have crossed” (aus T. S. Eliots The Hollow Men) durchbricht dabei die determinierte Aussage des Denkmals und setzt der historischen Architektur und ihrer Interpretation des auferstehenden Militarismus einen ganzheitlich erfahrbaren, naturgerichteten und raumöffnenden Blickwinkel entgegen.

Mit der Skulpturarchitektur soll dem tragischen Moment, dem das 39‘ Denkmal gewidmet ist, gerecht werden. So erinnert das Denkmal nicht nur an den (vermeindlichen) Tod von Menschen und es ging den Bauherren niemals um die heilende Verarbeitung eines kollektiven Traumas. Die Toten präsentieren sich im nationalsozialistischen Entwurf vielmehr in Form eines auferstehenden Militarismus und Revanchismus.

Dieser Interpretation setzt die Skulpturarchitektur „Those who have crossed“ dezidiert einen neuen Blickwinkel entgegen. Auch wird die gebrochene Funktionalität und Uneinheitlichkeit des Platzes überwunden, indem die Begehbarkeit der Skulpturarchitektur einen neuen Erfahrungsraum eröffnet. Ein neues Element verbindet die Geradlinigkeit des Platzes vor dem 39’er Denkmal mit der Weite des rückwärtigen Geländes zum Rhein hin.

In Nord-Süd-Ausrichtung konterkariert der Eingriff das bestehende Denkmal allein durch seine Materialität. Revanchismus und Militarismus erfahren auf diese Weise eine präsente Durchkreuzung ohne das historische Ensemble zu berühren. Erhöht erlebt der Besucher nicht nur einen neuen Blick nach unten auf einen Teil der Stadt und ihrer Geschichte, sondern der Besuch erlaubt einen befreienden Blick in die Gipfel der Bäume.

Für den Siegerentwurf arbeitete das Kollektiv Ultrastudio mit dem Kunsthistoriker Jürgen Wiener sowie Thomas Fenner (FSWLA Landschaftsarchitektur) zusammen. Diese Kooperation ermöglichte einen komplexen Entwurf, der sowohl städtebauliche Freiraumgestaltung sowie stadtgesellschaftlichen Nutzen berücksichtigt und die historische Architektur aktiv-kritisch kommentiert.

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AUSLOBER: Kunstkommission Düsseldorf
ART DES WETTBEWERBS: Ideenwettbewerb
PLANUNGSPARTNER: ULTRASTUDIO (Lars Breuer, Sebastian Freytag, Christian Heuchel, Guido Münch, Jürgen Wiener), Köln und O&O Baukunst, Köln

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